„Winterreise“
Puppentheater für Erwachsene Spannende Theatererf

Premiere: 13.02.2021

Ob Klappmaulpuppe oder Marionettentheater – das Puppentheater ist auch für Erwachsene eine spannende Theatererfahrung, bei der liebgewonnene Sehgewohnheiten hinterfragt werden. Thematisch kennt das Puppentheater keine Grenzen und befasst sich mit historischen Stoffen ebenso wie mit aktuellen Fragen der Zeitgeschichte, die oft auf witzige Weise präsentiert werden und so viel nachhaltiger wahrgenommen und verarbeitet werden.

Die Natur ist in der deutschen Romantik ambivalent – sie ist Verheißung und Gefahr zugleich, aber immer ein Motor der Fantasie. Der „Lindenbaum“ aus dem Liederzyklus „Winterreise“ ist zwar dank seiner eingängigen Melodie zu einem Volkslied geworden, aber das beschauliche Lied kann selbst in einer Männerchor-Fassung den Schauer, der in den Worten sitzt, nicht abschütteln. Der Baum lockt den Wanderer an einen trügerischen Ort der Vergangenheit mit der Idee „Du fändest Ruhe dort...“. Ob es ein Ort der Erholung oder die Grabesstille, die sich der Wanderer dabei erhofft, bleibt unklar. Am Anfang der Winterreise steht eine Trennung. Zutiefst verletzt flieht ein nicht näher benannter Mensch vor dem Schmerz und findet keine Ruhe, denn die Verletzung wandert immer mit. Mit dem Liederzyklus gelang es Franz Schubert aus den Gedichten von Wilhelm Müller in sich vollendete musikalische Miniaturen zu machen.
Der Komponist übersetzte sie in einen Zyklus „schauerlicher Lieder“, wie er sie seinen Freunden gegenüber vorstellte, und verhalf dem zu Lebzeiten berühmten, aber danach in Vergessenheit geratenen Müller zur Unsterblichkeit. Schließlich bildet die Winterreise ein Monument des Kunstliedes, an dem sich seit 200 Jahren Sängerinnen und Sänger, Regisseure und Arrangeure abarbeiten. Annette Dabs und Stefanie Oberhoff verhelfen dem Liederzyklus mit den Mitteln des Figurentheaters zum Bühnenleben und zaubern auf die Bühne des Kleinen Hauses eine Seelenlandschaft, in der sich nicht nur ein Wanderer, sondern gleich vier verlieren. Der Schmerz und die Einsamkeit, die Schubert und Müller so treffend in den Liedern beschreiben, sind universell, sie kennen kein Alter und kein Geschlecht. Auf ihrem Weg begegnen die Wanderer eigentümlichen Wesen, die in dieser Landschaft hausen. Je näher sie der Natur kommen, desto weiter entfernen sie sich von dem Schmerz, der sie nur um sich selbst kreisen lässt
(Musiktheater im Revier)







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